3.387 Kommunikationsmanager aus Unternehmen, NGOs und anderen Organisationen in 50 Ländern haben sich in diesem Jahr an der weltweit wohl größten Kommunikationsstudie beteiligt: Dem European Communication Monitor 2017. Organisiert wird das Projekt von der EACD und der EUPRERA unter der Leitung von Prof. Ansgar Zerfaß. Im Juni wurden die Ergebnisse des ECM 2017 offiziell in Brüssel vorgestellt – wir haben die wichtigsten Schlaglichter zusammengefasst.

1. Visuelle Kommunikation: Großes Potenzial, geringe Kompetenzen

Der Trend geht eindeutig zur visuellen Kommunikation – da sind sich die Kommunikationsprofis in Europa einig: 94,5 Prozent der Befragten ist überzeugt, dass die visuelle Kommunikation für den Erfolg von Maßnahmen weiter an Bedeutung zunehmen wird. Allerdings verfügen nur wenige (12,1 Prozent) über hinreichende Kernkompetenzen in diesem Bereich – nur 5 Prozent der Unternehmen haben bereits einen entsprechenden Managementprozess für visuelle Kommunikation implementiert. Videos und Infographiken haben nach Ansicht der Befragten die wichtigste Bedeutung für die strategische Kommunikation.

European Communication Monitor_Visuelle Kommunikation

2. Social Bots: Gefahr oder neue Möglichkeit?

In Verbindung mit Fake News und Wahlkampfmanipulation werden „Social Bots“ seit Monaten medial heiß diskutiert. Unter den Kommunikationsverantwortlichen in Europa scheint das Thema dennoch weniger präsent zu sein. Nur ein Drittel der Befragten hat die Diskussion bisher verfolgt, 15,9 Prozent können mit dem Begriff überhaupt nichts anfangen. Anders ist die Situation in Deutschland: Hier haben sich zwei Drittel der Befragten (67,1 Prozent) schon mit dem Thema auseinandergesetzt.

Insgesamt werden Social Bots als Gefahr für die Gesellschaft sowie für die Reputation von Organisationen wahrgenommen: 73,2 Prozent der europäischen und sogar 84,4 Prozent der deutschen Kommunikationsprofis sehen hier neue ethische Herausforderungen. 40 Prozent betrachten den Einsatz von Social Bots dagegen als Möglichkeiten für die eigene Branche bzw. für die eigene Kommunikationsarbeit.

3. Kommunikationskanäle und -instrumente:

Social Media und Social Networks werden von allen Kommunikatoren als die wichtigsten Kanäle zur Ansprache von u.a. Stakeholdern, Influencern und Gatekeepern betrachtet. Interessant dabei: Laut Studie werden traditionelle Kanäle zwar von neuen Social Media Technologien ergänzt, allerdings nicht vollständig ersetzt. Die größte Herausforderung für das Management von Kommunikation sehen die Befragten in der digitalen Evolution und im Social Web.

 

 

4. Benchmarketing und Qualitätsmanagement

Weiteres Ergebnis der Studie: Ein kontinuierliches Qualitätsmanagement ist in der Kommunikation weniger anzutreffen als in anderen Unternehmensbereichen wie z.B. Produktion oder Marketing. Wenn eine Bewertung der Kommunikationsaktivitäten stattfindet, dann meist in Form einer Evaluation der Botschaften und ihres Wirkungsgrades. Ein standardisiertes Benchmarking ist dagegen bisher kaum verbreitet.

 

Den vollständigen Report des ECM 2017 und ein Video zum Thema finden Sie auf der Webseite des Communication-Monitors

Bildnachweis: (C) ECM 2017

The following two tabs change content below.

Pin It on Pinterest

Bitte weitersagen!

Teilen Sie den Artikel mit Ihren Freunden!