Vom 2. bis 4. Mai wurde auf der Republica in Berlin ein großes Forum für Themen wie Digitalisierung und Gesellschaft geboten. Insgesamt gab es 500 Stunden Programm mit 950 Vortragenden aus aller Welt. Passend dazu lautete das Motto der diesjährigen Republica POP: wie Popularität, Populismus und Power of People.
Ausgiebig wurde das Verhältnis zwischen digitaler Kultur, Populismus und Pop diskutiert. Die Themenschwerpunkte der Republica reichten dabei von Music & Sovereignty, Health und Smartcities, Blockchain über Fin Tech und Immersive Arts bis hin zu Virtual Reality.

Als Stargast trat die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning am ersten Konferenztag auf. Ihr Aufruf an das Publikum lautete, dass jeder von uns die humanitären Werte hochhalten sollte. Denn der Status Quo in den sozialen Medien zeigt deutlich die Sprachverrohung und Hate-Speeches in der Kommunikation.

Danah Boyd, US-amerikanische Wissenschaftlerin bei Microsoft Research, brachte in ihrer Eröffnungsrede zum Ausdruck, dass die Technologie bloß der Verstärker sei. Sie sei aber nicht der Grund für diese verrohte Kommunikation in Form von Hass-Kommentaren und Gewaltdrohungen. In den verschiedenen Diskussionsrunden wurde immer wieder betont, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann, ein produktives und konstruktives Netzklima zu schaffen. Über „Digitale Selbstverteidigung“ sprachen auch die Autoren Sibylle Berg, Juli Zeh und Marc-Uwe Kling. Sie sind Gründungsmitglieder der Gruppe pEp („pretty easy privacy“), deren wichtigsten Ziele der Schutz der eigenen Daten und Kommunikation sowie das Recht auf Privatheit im Netz sind. Ihre Ideen, wie die Verschlüsselung von Kommunikation im Netz endlich einfacher umgesetzt werden kann, stellten sie im Rahmen einer Bühnenshow vor.

Das Thema Datenschutz und digitale Infrastruktur stand auch in der Podiumsdiskussion mit der Bundesjustizministerin Katharina Barley und dem Journalisten Jakob Augstein im Mittelpunkt. In Hinblick auf den Datenskandal um Facebook forderte Barley die großen Internet-Konzerne auf, sich der Debatte um einen besseren Datenschutz zu stellen. Wichtig ist ihr dabei, dass die Datenschutz-Regeln international oder zumindest auf europäischer Ebene gesetzt werden. Sie warnte aber auch davor, Innovation und Datenschutz immer gegeneinander zu stellen. Denn Datenschutz kann auch ein Standortvorteil bedeuten.

 

republica Podiumsdiskusion mit Barley und Augstein reclaim autonomy

Podiumsdiskussion mit der Bundesjustizministerin Katharina Barley, dem ehemaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum (l, FDP), der Autorin Constanze Kurz (2vr), dem BundestagsabgeordnetenThomas Heilmann (r, CDU) und Moderator Jakob Augstein (M).

Für alle, die nicht zur Republica kommen konnten, gibt es viele der größeren Sessions zum Nachschauen im Onlineangebot der Konferenz.
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