Gerade im Online Marketing wurde 2017 viel über das Influencer Marketing diskutiert, Messenger Bots weiterentwickelt und sich um das Zusammenspiel zwischen SEO und Content-Marketing gekümmert. Aber wo geht es 2018 in puncto Online Marketing Trends hin? Unser jährlicher Blogartikel informiert regelmäßig über neue Entwicklungen, bei denen sich ein genaueres Hinschauen lohnt.

Alles dreht sich um die EU-Datenschutzrichtlinie

Aufgrund der rechtlichen Veränderungen wird 2018 ein Schicksalsjahr für datengetriebenes Online Marketing. Denn: Die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO), die in der gesamten Europäischen Union den Umgang mit persönlichen Daten regelt, muss bis zum 25.05.2018 umgesetzt sein. Durch die EU-DSGVO werden sowohl das Auskunftsrecht der Kunden als auch ihr Recht auf Datenlöschung gestärkt. Unternehmen, die gegen die neue Verordnung verstoßen, müssen künftig mit hohen Bußgeldern von bis zu 4 Prozent des weltweiten Unternehmensumsatzes sowie mit Abmahnungen rechnen. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie Ihre Kundendaten zukünftig anonymisieren müssen, wenn sie diese nach bestimmten Aspekten analysieren möchten, ohne die Vorgaben der EU-DSGVO zu verletzen. Alternativ kann die Analyse der kundenbezogenen Daten unter der Hoheit einer vertrauenswürdigen Stelle verbleiben. An Dritte werden nur die anonymisierten Analyseergebnisse weitergereicht, die keinen direkten Personenbezug mehr zulassen. Damit bleibt die komplette Aussagekraft der Daten bei der Analyse erhalten. Marketer müssen sich jedoch zukünftig intensiver mit der rechtlichen Erfassung, Verarbeitung und dem Löschen von personenbezogen Daten auseinandersetzen.

Künstliche Intelligenz im Marketing

KI ist im Online Marketing nicht mehr wegzudenken. Dank Chatbots und Assistentenboxen wie Alexa und Google Home haben Unternehmen schon jetzt viele Möglichkeiten, Kunden in ihrem Alltag anzusprechen. Künstliche Intelligenz wird aber auch im nächsten Jahr für die folgenden Bereiche ein Zukunftsthema bleiben:

User-/Customer Experience
Über Conversational Chatbots können Unternehmen nicht nur mit ihren Kunden permanent in Kontakt bleiben und ihnen einen hochwertigen Rund-um-die-Uhr-Service anbieten. Kombiniert mit Predictive Analytics kann der selbstlernende Bot Konsumentenverhalten und -wünsche vorausahnen und die Customer Experience entscheidend verbessern. Besonders interessant ist dabei der Einsatz im Bereich (Conversational) E-Commerce: Der Nutzer fragt nach seinem gewünschten Produkt und ein Bot unterbreitet ihm daraufhin Vorschläge. Ist der User fündig geworden, dann wird der Kauf gleich im Chat abgewickelt. Der große Vorteil dieser Distribution: Dadurch, dass die Kaufanfrage vom User initiiert wird, wirkt sie für ihn hilfreich und wird nicht als störend wahrgenommen wie bei penetranter Werbung für ein Produkt.

Social Media
Auch im Social Web werden die bereits genutzten Social Bots weiterentwickelt und vergleichbar mit den Conversational Chatbots intelligenter. Ein weiterer Schritt ist der Einsatz von KI, die auch auf Image Recognition spezialisiert ist und gelernt hat, Logos und Produktbilder bestimmter Marken zu identifizieren. Diese fungieren als Image Tracker und geben beispielsweise Alarm bei drohenden Imagekrisen, wenn bspw. Bilder von Produktschäden gepostet und massenhaft geteilt wurden.

Ads
Die Auslieferung passender Werbung via Content Targeting wird im nächsten Jahr viel effizienter gestaltet. KI kann beispielsweise aufgrund von Kundendaten oder Voice Search zielgruppenspezifische Ads erstellen. Anzeigen würden nicht mehr neben unseriösen Inhalten erscheinen und Kunden, die ein Produkt bereits erstanden haben, erhielten nicht weiterhin Werbung dazu. Darüber hinaus könnte KI aufgrund des bisherigen Kundenverhaltens sowie der relevanten demographischen Rahmenbedingungen (wie Ort und Zeitpunkt) potenziellen Kunden individuelle Angebote zu dem für sie idealen Zeitpunkt zukommen lassen.

Unterstützung bei der Auswertung von Marketingmaßnahmen
Anhand der durch KI gesammelten und analysierten Daten können Marketer den Erfolg ihrer Marketingmaßnahmen deutlich schneller auswerten und verbesserte Insights für Ihre Kommunikationsmaßnahmen ableiten. Zudem lassen sich auf Basis von bereits vorhandenen Kundendaten über Lookalike-Analysen neue Zielgruppen erschließen und dementsprechend ansprechen. Dazu kann Künstliche Intelligenz Texte produzieren, die auf eine Zielgruppe abgestimmt sind und innerhalb dieser am besten funktionieren.

Mehr Emotionen in der Kundenbeziehung

Kundenbeziehungen entstehen durch Emotionen. Personalisierter und emotionaler Content, der auf den einzelnen User zugeschnitten und für ihn relevant ist, wird eher gelesen, geliked, kommentiert und geteilt. In Zukunft wird es für Unternehmen deshalb noch wichtiger sein, auch über die eigene Website und Social Media-Kanäle emotionale Kundenbindungen aufzubauen. Marketer müssen Daten einsammeln und so aufbereiten, dass sie ihre Kunden mit individuellen Angeboten, personalisierter Kommunikation und zielgerichtetem Content ansprechen können. Um diese Aufgabe zu meistern, ist es wichtig, das CRM zu „emotionalisieren“. Das bedeutet, dass weiche Daten (wie private Aktivitäten, Nutzerverhalten in sozialen Medien, Geburtstage, etc.). miteingefügt werden, die eine automatische Leadgenerierungsmaschine in der Regel nicht mit aufnimmt. Storytelling und Content, der auf Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) basiert, sind weitere wichtige Werkzeuge, um die Sinne der User anzusprechen und die Wahrnehmung von Marken positiv zu beeinflussen.

Messenger Marketing wird zunehmend wichtig

Laut einer aktuellen Studie des Plattformanbieters artegic sehen rund 85% der Unternehmen Mobile Messaging mit deutlichem Bedeutungsgewinn fürs Marketing. Bisher haben wenige Unternehmen erste Versuche unternommen, mit Kunden über WhatsApp, Snapchat oder Facebook Messenger zu kommunizieren. Messenger-Apps ermöglichen jedoch eine viel persönlichere und direktere Form der Kommunikation als die herkömmlichen Social Media-Netzwerke oder andere Marketingmethoden.
Das bedeutet aber auch, dass Messenger Marketing einen Ansatz braucht, der die Wünsche und Erwartungen der Kunden in den Mittelpunkt rückt. Achten Sie daher besonders darauf, Ihrem Empfänger nur relevante, interessante und unterhaltsame Nachrichten zukommen zu lassen. Denn für Kunden wird es zunächst sehr ungewohnt sein, Nachrichten von Unternehmen über Messenger zu erhalten. Vermeiden Sie die Todsünde aus dem Newsletter Marketing und verwenden Sie keinen DoNotReply-Absender ein. Vielmehr antworten Sie auf jede einzelne Ihrer Kunden-Rückfragen schnell und professionell. Achten Sie auch auf den richtigen Versandzeitpunkt und optimieren Sie Ihr Messenger Marketing permanent.

Einsatzmöglichkeiten für Messenger-Marketing im Unternehmen sind:

  1. Kundensupport: Messenger-Apps machen es möglich, in Echtzeit mit einem Mitarbeiter vom Kundensupport zu interagieren. Die Nachrichtenübermittlung auf diesem Weg ist so einfach wie eine Kontaktaufnahme über die sozialen Medien, erfolgt aber in einer privaten Umgebung. Wichtig ist, dass beim Kundenservice über Messenger-Apps Mitarbeiter zur Verfügung stehen müssen, die auf Kundenanfragen reagieren sowie gut kommunizieren können und bevollmächtigt sind, Kundenprobleme schnell zu lösen.
  2. Contentverbreitung: Messenger-Apps können eingesetzt werden, um Nutzern passende Inhalte zu liefern, die sie interessieren könnten und so ein neues und hohes Follower-Potenzial erschließen lassen. Wichtig: Stellen Sie Fragen zur Zufriedenheit mit Ihren Produkten, die Ihre Kunden erworben oder zu Dienstleistungen, die diese in Anspruch genommen haben.
  3. Recruiting: Bieten Sie Ihren Bewerbern die Möglichkeit, per Messenger mit Ihnen in Kontakt zu treten und Fragen zum Bewerbungsprozess zu stellen. Vor allem bei der jüngeren und technisch affinen Zielgruppe könnten Sie damit auf Anklang stoßen.

Live Videos sind immer noch King

Die große Popularität von Live Video Content wird auch 2018 weiter zunehmen, da dieser Marken und Produkte für User erlebbar macht und verstärkt Interaktionen generiert sowie Aufmerksamkeit bindet. Durch den Einsatz von Live Videos können Unternehmen Ihre Markenstorys emotional kommunizieren und vor allem Beziehungen zu Ihren Kunden und Interessenten aufbauen. Möglich ist das mit Live Streaming via Facebook, Instagram, Snapchat oder YouTube. Q&A Sessions, Events, Umfragen und Ankündigungen sind nur ein paar Beispiele, die sich als Live Video-Format von Unternehmen bestens eignen.

Was meinen Sie: Was erwartet uns 2018 im Online Marketing? Schreiben Sie uns Ihre Trends in den Kommentaren!

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