Wie sollte ein digitales Produkt oder eine Onlineanwendung beschaffen sein, damit die Nutzer überzeugt werden und im besten Fall begeistert sind? Dieser Frage spürt Felix Bittner bei pressrelations tagtäglich nach. Am Düsseldorfer Standort arbeitet der 32-Jährige als UX-Designer. Im Interview erzählt er, warum Usability und User Experience in einer digitalen Welt zu den entscheidenden Erfolgskriterien gehören.  

Felix, als UX-Designer kannst Du sicher nicht so leicht aus Deiner Haut – worauf achtest Du, wenn Du eine Anwendung nutzt?

Ich glaube, ich unterscheide mich da gar nicht so sehr von anderen Usern ohne besonderes Wissen, was es mit UX-Design auf sich hat. Wenn ich Anwendungen nutze, bin ich komplett in der Nutzerrolle und freue mich einfach darüber, wenn ein Produkt es schafft, mir ein positives Erlebnis zu vermitteln, wenn ich schnell ans Ziel komme und es zudem auch noch Spaß macht.

Hast Du ein Beispiel, was Dich besonders begeistert?

Ein gutes Beispiel ist der Community-Marktplatz Airbnb. Die haben ihr Kernangebot, das Fremde in den eigenen vier Wänden übernachten, in eine perfekte Story gepackt und dazu ein stark emotionales Design mit einer sehr intuitiven Funktionalität verknüpft. Auf dem Weg zur Onlinebuchung komme ich schnell und unkompliziert ans Ziel und habe am Ende zudem ein positives Gefühl, was mich auch bei der nächsten Buchung zurückkehren lässt.

Felix Bittner ist UX-Designer bei pressrelations.

Worin unterscheidet sich UX-Design von anderen Designrichtungen?

Unter UX, also User Experience, versteht man das Verhalten und die Erfahrungen, aber auch die Bedürfnisse und die Wünsche von Nutzern im Umgang mit einem Produkt oder einer Dienstleistung. An dieser Stelle setzt UX-Design an und stützt sich auf das Wissen, wie User mit einer Anwendung konkret umgehen. Das Feedback der Kunden ist im UX-Designprozess elementar wichtig.

Im Unterschied zu UI-Design (UI = User Interface) beschäftigt sich UX-Design zunächst einmal mit konzeptionellen Fragen und der Funktionalität. Der UI-Designer konzentriert sich mehr auf das Visuelle und nimmt die Marke in den Blick. Auf Basis erster Entwürfe, der Wireframes, gestaltet er dann die entsprechenden Oberflächen.

Insgesamt ist es schwierig beides voneinander zu trennen. Während UI ein Teil des Produktes ausmacht, also das was man sieht, ist UX das Gesamtpaket. Bei pressrelations sind UI und UX daher auch sehr eng miteinander verzahnt – ich arbeite als Designer in beiden Disziplinen.

Kundenfeedback ist eine wichtige Grundlage für Deine Arbeit – wie kommst Du an dieses Wissen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein effektives User Research aufzubauen: Zum Beispiel mit Befragungen, Interviews, Testings. Wir arbeiten in der Produktentwicklung daneben auch mit crossfunktionalen Teams, in die Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Unternehmensbereichen (u.a. Vertrieb, Kundenberatung) regelmäßig ihr gesammeltes Kundenfeedback einbringen.

Verrate uns doch mal – wie sieht ein klassischer Arbeitstag für Dich aus?

Wir haben aktuell 2-3 Teams in der Produktentwicklung. Meine Teams sind das „Mercury-Team“ und das „NRX-Team“. Neben Entwickler, UX Designer und einem Product Owner sind ein Coach und ein Marketing-Verantwortlicher als Rollen mit dabei.

Mein Tag beginnt mit den täglichen Stand-ups an unseren Boards. Oft treffen wir uns im Anschluss, um gemeinsam und mit dem Input unserer fachlichen Ansprechpartner viele unterschiedliche Perspektiven für ein neues Feature zu sammeln. Hier scribbeln auch die Entwickler und das ist gut so, denn alle Rollen tragen ihren Teil zu einer gelungenen User Experience bei. Nach einem Dot-Voting, bei dem jeder die besten Bereiche der entstandenen Entwürfe hervorheben kann, führe ich die Grobkonzepte in Feinkonzepte über. Es entstehen die Informationsarchitektur und das Interaktionsdesign – zuerst in Form einzelner Wireframes, dann als Prototyp. Das Ziel ist immer möglichst schnell und ohne zu viel Aufwand ein  Nutzerfeedback zu bekommen, das dann wieder in das UX Design einfließen kann.

Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für einen UX-Designer?

Eine Herausforderung ist sicher der kontinuierliche Austausch mit den Nutzern und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in Einklang mit den Businesszielen für das Produkt zu bringen. Letztendlich führt eine gute Usability zusammen mit einem Design, das Spaß macht zu einem positiven Nutzererlebnis, was wiederum den Markenwert steigert.

 Welche Trends siehst Du mit Blick auf UX/UI die wir nicht verpassen sollten?

Ich denke, UX wird immer wichtiger werden, weil der Kontext, in dem sich die Nutzer bewegen können, zunehmend vielseitiger und größer wird. Zuhause oder unterwegs, privat oder geschäftlich, erfahren oder Anfänger, fokussiert oder abgelenkt durch andere Aufgaben. Daneben werden traditionelle Eingaben mit Maus/Tastatur – wo es Sinn macht – durch Sprache ersetzt. Künstliche Intelligenz, Assistenten und eine noch stärkere Personalisierung sollen und werden uns das Leben noch leichter machen.

Lieber Felix, vielen Dank für das Gespräch!

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Anja Gilles

Anja Gilles

Marketing Managerin bei pressrelations GmbH
Anja Gilles ist seit 2010 bei pressrelations in den Bereichen Vertrieb & Marketing beschäftigt. Zuvor war sie als Projektleiterin und PR-Beraterin in Werbeagenturen und als freie Journalistin für Tageszeitungen und verschiedene Fachmedien tätig. Hier im Blog schreibt sie zu den Themen Monitoring & Analyse sowie Marketing & Kommunikation.

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