Bereits zum zwölften Mal versammelt sich die digitale Szene heute in Berlin zur re:publica, um über die neuesten Internet- und Social Media Trends zu diskutieren. Über 7000 Gäste und 800 Speaker werden zum größten Internet Event Europas erwartet. Manche Themenschwerpunkte sind so wichtig geworden, dass sie jedes Jahr wiederkehren, wie zum Beispiel die Bereiche Virtual und Augmented Reality sowie Chatbots und Künstliche Intelligenz. Passend dazu, veröffentlichen wir noch mal unseren Blogbeitrag zu den aktuellen Social Media Trends, die uns in diesem Jahr begleiten werden.

Chatbots weiter auf dem Vormarsch

Chatbots sind schon lange ein Thema. In diesem Jahr wird sich dieser Trend definitiv auch auf den sozialen Kanälen fortsetzen. Denn: Fast ein Drittel aller Kunden bevorzugt es, über die sozialen Netzwerke nach Kunden-Support zu fragen und sich Klarheit zu einem bestimmten Thema zu verschaffen. Diese Kunden wollen Unternehmen rund um die Uhr im Social Web erreichen können und erwarten sofortige Rückmeldungen. Um sicher zu stellen, dass Nutzer die unternehmenseigene Facebookseite nicht ohne Support wieder verlassen, greifen Marken immer häufiger auf Chatbots zurück.
Für Unternehmen mit Tausenden Followern war es bisher jedoch unmöglich, eine personalisierte Marketing-Strategie für jeden Kunden zu entwickeln. Mithilfe der Messenger Chatbots erhalten sie nun die Chance, ihre Zielgruppe persönlicher zu erreichen als jemals zuvor. Das grundlegende Ziel eines Chatbots, der in eine Messengerplattform integriert ist, liegt darin, schnell mit dem User auf eine Weise zu kommunizieren, die sich persönlich anfühlt und an die Tonalität der jeweiligen Marke angepasst ist. Zudem können sie relevante, personalisierte Inhalte direkt an ihre Nutzer senden.

Ein weiterer Trend wird die schnelle und einfache Abwicklung der Zahlungen über einen Chatbot-Messenger sein. Bereits Ende letzten Jahres kündigte Facebook einen neuen Peer-to-Peer Bezahlprozess über PayPal für US-amerikanische Nutzer an. Der Vorteil ist, dass der Zahlvorgang in das App-Nutzungsverhalten der User integriert wird. Somit stellt der Bezahlvorgang im Hinblick auf die User Experience kein Hindernis mehr dar.
Über das blaue Plus-Symbol in der Messeanger-App können Facebook User PayPal nutzen, um Geld zu versenden. Diese Funktion soll sowohl in normalen Konversationen als auch in Gruppenchats funktionieren. Zudem wird es auch einen neuen PayPal-Kundenservice-Bot für den Messenger geben, der es PayPal-Kunden ermöglicht, einen Account-Support zu erhalten, ohne die Facebook-App zu verlassen. Das Angebot wird es jedoch zunächst ausschließlich in den USA geben. Es scheint aber nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann Messenger-Bezahlsysteme auch in Deutschland angeboten werden. Denn Messenger-Payments könnten der äußerst hohen Abbruchrate beim Mobile-Shopping, vor dem Moment der Zahlung, entgegenwirken und für eine Benutzerfreundlichkeit bei mobilen Bezahlverfahren sorgen.

Statista Umfrage zur Nutzung von Chatbots

Die Infografik von Statista zeigt, für welche Dienstleistungen User mit Chatbots kommunizieren würden.

 

Augmented Reality als Social Media-Erlebnis

Facebooks und Snapchats Vorstöße mit Facebook Spaces und den sogenannten Bitmojis – Comic-Avataren von Snapchat belegen deutlich, dass Augmented Reality auch auf den sozialen Plattformen angekommen ist. Dieser Trend gewinnt auch für das Social Media Marketing zunehmend an Relevanz. Unternehmen erhalten mit der Technologie einen interessanten Ansatz, um Zielgruppen auf interaktive Weise anzusprechen. Zudem werden mit Augmented Reality Nutzer deutlich öfter einen Kauf tätigen, da sie sicher sein können, dass das Produkt in Realität genauso gut aussieht wie online.


Stetiger Rückgang der organischen Reichweite auf Facebook

Es ist kein Geheimnis, dass seit 2014 immer weniger Posts auf Facebook organische Reichweite und Interaktionen erzielen. Angeblich plant Facebook, die organische Reichweite sogar stetig zu verringern. Eine aktuelle Analyse von BuzzSumo zur Sichtbarkeit und Interaktionsrate zeigt, dass diese seit Januar 2017 extrem gesunken sind.

FB Engagements and organic Reach BuzzSumo analysis of 880m Posts 2016-17

Durchschnittliche Interaktionsrate 2016-2017, © BuzzSumo

Ein wesentlicher Grund für die rückläufige Entwicklung der organischen Reichweite ist laut Facebook die deutlich gestiegene Anzahl an veröffentlichten Beiträgen, welche die Newsfeeds der Nutzer zum Überlaufen bringen würden. Anstatt den Gesamtpool an Inhalten oder nur eine willkürliche Auswahl anzuzeigen, wird der Content über einen Algorithmus gefiltert und an die Interessen der Nutzer angepasst ausgespielt. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie einen individuellen Zugang zu ihrem Zielpublikum finden müssen, um sich aus der Content-Masse hervorzuheben.

So können Sie dem Rückgang der organischen Reichweite entgegenwirken:

  • Veröffentlichen Sie Videos auf Facebook Live. Facebook User verbringen 3-mal mehr Zeit damit, Live-Übertragungen anzusehen, als herkömmliche Video Beiträge. Damit Ihr Live Video im Newsfeed der Nutzer erscheint, senden Sie mindestens über mehrere Minuten live. Beachten Sie dabei, dass nur hochwertige und authentische Inhalte Aufmerksamkeit erzielen.
  • Kürzlich gelaunchte Features können helfen, den Rückgang der organischen Reichweite und Interaktionsrate entgegenzuwirken. Verfolgen Sie die neuesten Entwicklungen und testen Sie neue Features wie zum Beispiel die neuen „Press and Hold” Facebook Posts. Dieses Feature ist aktuell ausschließlich auf mobilen Apple Geräten wie iPhone oder iPad (mit iOS 9.0 oder höher) verfügbar. Es ermöglicht interaktive Beiträge, da User diese antippen und halten müssen, um alle Inhalte sehen zu können. Sobald sie den Finger anheben, springt das Video wieder auf das Ausgangsbild zurück.
  • Posten Sie verstärkt temporäre Inhalte, da diese mehr Engagement bringen! Content, der direkt nach dem Ansehen oder spätestens nach 24 Stunden verschwindet, ist vor allem bei der Generation Z (der 17- bis 27-Jährigen) sehr beliebt, die aufgrund ihres Alters 2018 zunehmend interessant für Marketers sein wird. Die kurzlebigen Stories auf Facebook und Instagram bieten verschiedene Vorteile:
    • Sie sind präsent an oberster Stelle im Feed positioniert und fallen daher auf.
    • Die Angst, etwas zu verpassen, bringt Nutzer dazu, schneller zu reagieren und interagieren.
    • Im Vergleich zu Sponsored Posts wirken Stories wesentlich authentischer und werden daher von den Nutzern bevorzugt angeschaut.
    • Übrigens: Instagram Stories können mittlerweile auch zu bestehenden Facebook-, Instagram- und Audience Network-Kampagnen hinzugefügt werden.
  • Qualität statt Quantität: „Viel hilft viel“ ist der falsche Ansatz. Posten Sie daher seltener und vor allem selektiv. Die besten Chancen haben Sie zudem, wenn Sie mit Ihren Inhalten möglichst viele Interaktionen generieren. Optimieren Sie Ihren Content, damit dieser exakt auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Zielgruppe zugeschnitten ist. Daher ist es wichtig, dass Sie die Performance Ihrer Social Media-Profile regelmäßig auswerten. Mithilfe unseres Interaktionsraten-Reports erfahren Sie bspw., welche Posts eine hohe Interaktion aufweisen, was weniger gut von der Community angenommen wurde und welcher Content auf das größte Interesse stieß. Wenn Sie Fragen dazu haben, beraten wir sie gerne!
  • Bewerben Sie erfolgreiche Beiträge gezielt: Die Möglichkeiten für das Targeting auf Facebook haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Mithilfe demografischer Angaben, Interessen und Online-Verhalten lassen sich bezahlte Werbeanzeigen exakt auf Ihre ideale Buyer-Persona abstimmen. Nutzen sie zudem diese Features, um die Effektivität Ihrer Kampagnen zu maximieren:
    • Custom Audiences, mit der Sie anhand Ihrer E-Mail-Listen gezielte Werbeanzeigen schalten.
    • Lookalike Audiences, durch der Sie Nutzer mit ähnlichem Profilen wie Ihre Kunden erreichen.
    • Dynamic Ads, über die Sie Werbeanzeigen gezielt für Seitenbesucher schalten können, die bereits eine bestimmte Dienstleistung auf Ihrer Seite angesehen haben.
    • Audience Insights, mithilfe dieser Sie mehr über Ihre bestehende Zielgruppe erfahren und Werbeanzeigen besser auf diese abstimmen können.
    • Conversion Tracking, in dem Sie die Aktivitäten von Nutzern verfolgen können, nachdem diese Ihre Werbeanzeigen angesehen haben.

Es bleibt weiterhin spannend, welche Innovationen sich im Social Media Marketing durchsetzen werden und wie die einzelnen Wettbewerber sich gegenseitig mit neuen Social Media Trends überbieten.

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