Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren wurde unser Unternehmen in Düsseldorf gegründet. Grund genug, einmal mit Joachim de Bruin, Mitbegründer und Gesellschafter der pressrelations GmbH, auf 15 Jahre Medienbeobachtung zurück zu blicken und über aktuelle Trends zu sprechen.

pressrelations Blog:  Wie lange bist du schon in der Medienbeobachtung tätig?

Joachim de Bruin: Seit 2001 – in diesem Jahr haben wir die pressrelations GmbH gegründet.

Wenn du zurückblickst, was fällt dir im Vergleich früher ⇔ heute auf?

Da wir ja erst relativ spät gestartet sind, kann ich von keinen eigenen Erfahrungen mit Schere und Kleber berichten. Wir haben ja von Anfang an digital gedacht. Die digitale Welt war damals, als wir 2001 angefangen haben, allerdings ganz neu – insofern waren wir mittendrin beim Anfang der Umstellung von analoger Welt (Lieferung der Printartikel per Post) hin zu digitaler Welt (digitale Belieferung und Bereitstellung der Artikel in einem eigenen Kundenportal). Auch heute gibt es noch die analoge Lieferung, aber ich denke, in fünf Jahren ist das vorbei. Heute geht es vielmehr um die integrierte Bereitstellung von Informationen aus allen Medienkanälen – digital, optimiert für mobile Endgeräte und möglichst in Echtzeit.
Zudem existieren heute viel mehr Anbieter am Markt als früher. Neben den etablierten Monitoring-Anbietern gibt es zahlreiche Spezialisten, die aus dem Social Media Monitoring kommen und gefühlt kommt täglich einer hinzu.

Wie schätzt du die Zukunft der Medienbeobachtung ein?

Eine professionelle Medienbeobachtung, also die fundierte, belastbare und schnelle Versorgung mit Informationen, wird immer unverzichtbar für Unternehmen sein.
Ich denke allerdings, dass die Herausforderungen für die Monitoring-Anbieter größer werden. Die Kunden werden eine Echtzeitbelieferung rund um die Uhr erwarten, eine schnelle Auswertung großer Textmengen und noch mehr integrierte Services – natürlich alles optimiert für die Abrufbarkeit auf mobilen Endgeräten. Das wird ohne erhebliche Investitionen in die technologische Entwicklung nicht funktionieren. Unser Unternehmen hat dies übrigens schon immer getan und auch in sinnvolle Forschungsprojekte investiert, insbesondere im Bereich des Textmining.

Welche Entwicklungen haben deiner Ansicht nach die wichtigsten Weichen gestellt?

Das Aufkommen des Internets hat die Medienbeobachtung letztlich vor komplett neue Herausforderungen gestellt. Wir sind mit riesigen Datenmengen konfrontiert, die rund um die Uhr auf uns einprasseln.
Was damit einhergeht, ist ein großes Bedürfnis auf Kundenseite nach Transparenz und Orientierung, der Wunsch nach Einfachheit angesichts einer schier nicht zu bewältigenden Komplexität.

Aktuell wird der Anspruch lauter, dass die Medienbeobachtung auch weitere Daten aus der Öffentlichkeitsarbeit und dem Marketing integriert. Wo siehst du hier Chancen und Risiken?

Wir haben die Chance, wertvolle Berater für unsere Kunden zu werden. Also „Daten-Berater“, die ihnen den Wunsch nach Orientierung hinsichtlich wichtiger und sinnvoller Kennzahlen erfüllen können.
Die Voraussetzung dafür ist, dass wir uns intensiv mit den Angeboten des Marktes auseinandersetzen und verstehen, was warum angeboten wird. Welche Daten, welche Kennzahlen es gibt und was sie aussagen. Der Nutzen für den Kunden muss immer im Mittelpunkt stehen.
Darum dürfen wir nicht der Versuchung erliegen, unser eigenes Kernangebot mit Daten aus anderen Services zu überfrachten, ohne die Sinnhaftigkeit streng zu hinterfragen.
Nur so können wir unseren Kunden eine hilfreiche Orientierung anbieten.

Was denkt deine 7-jährige Tochter, was du beruflich tust?

Sie denkt, dass ich meinen Kunden berichte, was in den Zeitungen über sie geschrieben wird. Sie ist also gar nicht so schlecht informiert.

Vielen Dank für das Gespräch.

15-Jahre_pressrelations_Bert

15 Jahre pressrelations – Dataman gratuliert

Stationen der Medienbeobachtung

  • Ab 1890 erste professionelle Medienbeobachtungsunternehmen in Deutschland und Österreich. Die Erstellung der Pressespiegel erfolgt über Ausschneiden und manuelles Zusammenstellen relevanter Artikel aus meist lokalen Printmedien für die ersten Kunden.
  • 1953 Gründung der FIBEP (Federation Internationale des Bureaux d’Extraits de Presse) in Paris. Die FIBEP ist bis heute einer der wichtigsten und größten Verbände von Medienbeobachtern. Zu ihren Mitgliedern zählen aktuell rund 120 Medienbeobachter aus mehr als 60 Ländern.
  • 2001 Gründung von pressrelations in Düsseldorf. Zunächst reine Onlinemedien-Beobachtung für PR-Verantwortliche, allmähliche Erweiterung des Leistungsspektrums bis hin zu einem Medienbeobachter für alle Medien, national und international.
  • ca. 2004 pressrelations launcht erstes Pressebeobachtungsportal auf dem deutschen Markt (NewsRadar®) – nach und nach bieten immer mehr Medienbeobachter Monitoringergebnisse auch digital an.
  • ca. 2010 Die Beobachtung von Social Media-Quellen rückt bei Kunden und Anbietern in den Fokus. Beginn einer Autoren-fokussierten Beobachtung …
  • 2013 Neben den Veröffentlichungen selbst, werden die Autoren (Journalisten, Social Media Influencer) der Beiträge zunehmend wichtiger.

 

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