Politische Demonstration durch Stuttgart - Schwule und Lesben
gehen am 28.07. für gleiche Rechte und mehr Akzeptanz auf die Straße
CSD Parade mit über 50 Formationen - Schirmherr und Europaabgeordneter Cem Özdemir spricht auf der morgigen Abschlusskundgebung
Die seit dem vergangenen Freitag laufende Kultur- und Programmwoche des Christopher Street Day (CSD) findet am morgigen Samstag, den 28. Juli 2007 mit der politische Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt ihren Höhepunkt. Bereits zum achten Mal setzt sich dann die CSD Parade in Bewegung, bei der Lesben, Schwule, Bi-Sexuelle und Transgender für gleiche Rechte und mehr Akzeptanz demonstrieren.
„Der CSD ist und bleibt - gerade hier in Stuttgart - eine politisch wie gesellschaftlich wichtige Veranstaltung, bei der die klare Botschaft und der ernste Hintergrund in Bezug auf jenen 27. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street nicht aus den Augen verloren gehen darf“, macht Christoph Michl, als Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart deutlich. Er ergänzt: „Eines muss heute selbstverständlich sein: Schwule und Lesben sind getreu dem CSD Motto ‚Teil des Ganzen’. Wir gehören in dieser Gesellschaft dazu, und wir haben einen Anspruch auf Fairness sowie Gleichberechtigung“; so Michl.
Unter dem Motto „Teil des Ganzen“ finden sich erstmals über 50 Formationen und mehr als 1.500 aktive TeilnehmerInnen ein, um auf die immer noch vorhandenen Diskriminierungen im Leben von Lesben und Schwulen hinzuweisen und lautstark eine sofortige Beendigung eben dieser zu fordern.
Gegendemonstration zum CSD Stuttgart
Wie wichtig der CSD mit seinen politischen Forderungen ist, zeigt die Tatsache, dass erstmals seit dem Jahr 2001 wieder eine Gegendemonstration angemeldet wurde. Nach der NPD vor sieben Jahren wird am morgigen Samstag die Priesterbruderschaft St. Pius X. aus Stuttgart die CSD Parade am Marienplatz mit laut gebeteten Rosenkränzen empfangen. „Gerade von Seiten der konservativen Kreise - vor allem aus einigen radikalen Kirchenströmungen - wird der Widerstand gegen die schwul-lesbische Bewegung und deren hart erkämpften Errungenschaften größer und lauter“, fasst CSD Vorstand Christoph Michl seine Beobachtungen zusammen. Homosexuelle MitbürgerInnen dürfen daher nicht nachlassen weiterhin entschieden für ihre Rechte sowie eine tolerante sowie offene Gesellschaft einzustehen. „Für dieses wichtige Anliegen benötigen wir die Unterstützung der gesamten Bevölkerung“, so Michl weiter. „Wir laden deshalb alle ein, an der CSD Parade teilzunehmen oder diese vom Straßenrand aus zu beobachten und so gegen Diskriminierungen deutlich Flagge zu zeigen.“
Der Demonstrationszug startet ab 16:00 Uhr in der Böblinger Straße und zieht am Marienplatz vorbei in die Tübingerstraße, die Eberhardstraße, die Marktstraße (Marktplatz) mündet in die Münzstraße und findet am Karlsplatz sein Ende. Danach nehmen die TeilnehmerInnen und BesucherInnen auf dem Schlossplatz (Planie) an der politischen Abschlusskundgebung teil. Diese beginnt ab 18:00 Uhr.
Dort sprechen VertreterInnen der politischen Parteien und gehen auf ihre Sicht der aktuellen rechtlichen und gesellschaftlichen Situation von homosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein:
o Cem Özdemir (Grüne/Freie Europäische Allianz)
Mitglied des Europäischen Parlaments
Schirmherr des CSD Stuttgart 2007
o Ute Vogt (SPD)
Mitglied des Bundestags
o Alexander Kotz (CDU)
Mitglied des Stadtrats
o Jan Korte (DIE LINKE)
Mitglied des Bundestags
o Michael Kauch (FDP)
Mitglied des Bundestags
o Moderation: Christoph Michl
Vorstand & Gesamtleiter des CSD Stuttgart 2007
Im vergangenen Jahr standen laut Polizeiangaben rund 140.000 ZuschauerInnen am Straßenrand. 2007 werden 150.000 erwartet.
Folgende Formationen werden am 28. Juli 2007 im Zug der CSD Parade starten:
Die Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. ist Veranstalter des jährlichen Christopher Street Day (CSD) in der Landeshauptstadt. Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam - immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten laut Angaben der Stuttgarter Polizei etwa 140.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt.
www.csd-stuttgart.de
IG CSD Stuttgart e.V., Weißenburgstr. 28a, 70180 Stuttgart