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Pressemitteilung vom 11.03.2008 | 13:34
SPD-Bundestagsfraktion Anbaustopp für gentechnisch veränderten Mais Mon810
Anlaesslich aktueller Presseberichte zur Ueberwachung des Anbaus von gentechnisch veraendertem Mais Mon810 erklaert die stellvertretende verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Elvira Drobinski-Weiss:
Der von Monsanto vorgelegte Monitoringplan ist nicht geeignet, fuer eine aussagekraeftige und auswertbare Beobachtung der Umweltauswirkungen zu sorgen. Der Anbau von Mon810 muss deshalb ausgesetzt werden. Das entspricht dem Vorsorgeprinzip. Der Anbaustopp muss noch vor der Aussaat erfolgen. Es kann den Landwirten nicht zugemutet werden, dass ihnen erst nach wochen- oder monatelangem Pruefungs- und Diskussionsprozess im laufenden Anbau dann die Vermarktung von Mon810 untersagt wird.
Die Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG schreibt einen Plan zur Beobachtung der Umweltauswirkungen von gentechnisch veraenderten Pflanzen vor. Das Monsanto-Monitoring sieht hierfuer die Abfrage von Daten bereits bestehender Projekte wie das Tagfaltermonitoring, das Brutvogelmonitoring oder das Bienenmonitoring vor.
Nach einer Meldung des aktuellen SPIEGEL ist eine Bereitstellung dieser Daten mit den im Monitoringplan aufgefuehrten Beobachtungsnetzwerken wie zum Beispiel dem Deutschen Jagdschutzverband, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten oder dem Helmholtz-Zentrum fuer Umweltforschung UFZ ueberhaupt nicht vereinbart worden. Da das UFZ nicht einmal Beobachtungsraeume im Umfeld von Mon810-Anbauflaechen hat, ist es gar nicht moeglich, fuer das Mon810-Monitoring relevante Daten zu erheben.
Nicht genug, dass Monsanto die Beteiligten nicht darueber informiert hat, dass ihre Projekte nun Teil des Monitoringplans werden sollen:
Diese Projekte werden auch mit oeffentlichen Geldern finanziert, teilweise wird die Arbeit durch Ehrenamtliche geleistet. Von einer Beteiligung an der Finanzierung der Projekte ist aber keine Rede.
Zentraler Teil des aktuellen Monitoringplans von Monsanto sind Frageboegen, die an die Landwirte verteilt werden. Solche Frageboegen hatte das zustaendige Bundesamt fuer Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL im vergangenen April, als den Landwirten die Vermarktung von Mon810 untersagt worden war, als unzureichend bewertet: "Der Genehmigungsinhaber laesst Landwirte, die MON 810 anbauen, einen Fragebogen ausfuellen, in dem allgemeine Anbaudaten sowie verschiedene Parameter abgefragt werden. Diese Frageboegen sind ein nuetzliches Instrument fuer eine rein visuelle Erfassung agronomisch relevanter Aspekte der Anbauflaeche. Sie sind aber nicht geeignet, statistisch auswertbare Daten zu Umweltauswirkungen auf Agrarflaechen und in der Umgebung, zum Beispiel auf Nichtzielorganismen, zu liefern. Frageboegen stellen somit ein ergaenzendes Element dar, koennen aber ein Monitoring nach der Richtlinie 2001/18/EG nicht ersetzen."
Nach Bekanntwerden der Details des Monitoringplans ist nun klar, dass Monsanto die Auflagen des BVL nur unzureichend erfuellt. Deshalb habe ich Bundesminister Seehofer mit einem Schreiben dazu aufgefordert, den Anbau von Mon810 sofort auszusetzen, bis ein aussagekraeftiger und auswertbarer Beobachtungsplan vorliegt.
2008 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de Berlin - Veröffentlicht von pressrelations Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=316000 [Druckversion] [PDF]
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