IG Bauen-Agrar-Umwelt
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Früherer Bundesvorsitzender der Baugewerkschaft und Bundesminister a.D. verstorben
22.08.2012, 14:53
IG BAU trauert um Georg Leber

Frankfurt am Main - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) trauert um Georg Leber. Der langjährige Bundesvorsitzende der Baugewerkschaft verstarb am 21. August 2012 nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren. „Der Tod von Georg Leber ist für uns alle ein schwerer Verlust. Die deutsche Arbeiterbewegung verliert mit ihm einen wegweisenden Vorkämpfer. Er wird Vorbild für viele Generationen bleiben“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel. „Die Baugewerkschaft ist für immer mit dem Namen Georg Leber verbunden, den fast alle nur Schorsch nannten. Viele seiner Erfolge haben bis heute Bestand und verbessern das Leben der Bauarbeiter.“
Nach dem Krieg arbeitete Georg Leber, der eigentlich eine kaufmännische Ausbildung hatte, als Maurer und trat 1947 der IG Bau-Steine-Erden (IG BSE) bei. Die Gewerkschaft stellte ihn 1949 als hauptamtlichen Gewerkschaftssekretär ein. Schnell stieg Leber in den IG BSE-Bundesvorstand auf, in dem er 1957 den Vorsitz übernahm. Gleichzeitig wurde er Bundestagsabgeordneter der SPD. Die Partei berief ihn 1966 zum Bundesverkehrsminister der Großen Koalition, woraufhin er den Gewerkschaftsvorsitz abgab. In der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt führte er neben dem Verkehrsministerium auch das Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen. 1972 übernahm er von Helmut Schmidt das Bundesverteidigungsministerium. Trotz seiner beispiellosen politischen Karriere blieb Leber der Baugewerkschaft tief verbunden. „Meine Wurzeln und mein inneres Zuhause habe ich immer dort gehabt, wo du jetzt wirkst“, schrieb er in einem Brief an Wiesehügel.

Georg Leber steht für den Beginn der modernen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland. Pragmatisch, mutig, durchsetzungsstark und auch mit Raffinesse verfolgte er sein Ziel, das Elend der Bauarbeiter zu beheben. Auf den Staat allein wollte er sich dabei nicht verlassen. Mit zielstrebiger, bis dahin in der Gewerkschaftsarbeit ungekannter, Systematik und auch mit Hilfe strategisch genutzter Öffentlichkeit überzeugte er die Arbeitgeber, dass die Widrigkeiten des Baugewerbes nur mit einer gemeinsamen, tariflichen Lösung zu bewältigen seien. Leber wurde so zum Vater der Sozialkassen im Baugewerbe. In der festen Überzeugung den noch jungen Staat nicht überfordern zu dürfen, lehnte er die damals auch innerhalb von Gewerkschaften gängigen Sozialisierungsforderungen ab. Stattdessen setzte Leber unter dem Motto „Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand“ den ersten vermögenswirksamen Tarifvertrag in Deutschland durch. Die Schlechtwettergeldregelung, der Lohnausgleich zwischen Weihnachten und Neujahr, das Gemeinnützige Erholungswerk, die Stiftung Berufshilfe, die Zusatzversorgungskasse und die vermögenswirksamen Leistungen mit einer eigens durch ihn mitbegründeten Bank sind bleibende Zeugnisse seiner Arbeit.

„Die Leistungen von Schorsch Leber tragen weit über seine Zeit hinaus. Wir sind dankbar, dass dieser zutiefst menschliche, kluge und vorausschauende Mann ein Teil unserer Organisation war und sie mitgeprägt hat“, sagte Wiesehügel. „Er wird uns fehlen.“


Ruprecht Hammerschmidt
Pressesprecher IG BAU

IG Bauen-Agrar-Umwelt
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Frankfurt am Main - Veröffentlicht von pressrelations

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