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"Wir setzen auf risikogerechte Preisgestaltung" Der harte Wettbewerb im Bereich Firmenversicherung darf nicht zu einer Jagd nach Umsatz mit allen Mitteln führen. Die Prämien müssen vernünftig kalkuliert sein. Allianz.com News sprach mit dem zuständigen Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG Walter Tesarczyk. Allianz Versicherungs-AG München, 19. Juli 2005 Allianz.com News: Wie ist das Jahr 2004 im Bereich Firmenversicherung gelaufen? Wie lief das erste Halbjahr 2005? Allianz.com News: Wie ist das Jahr 2004 im Bereich Firmenversicherung gelaufen? Wie lief das erste Halbjahr 2005? Walter Tesarczyk: Nach einem Jahr ohne spektakuläre Groß- und Elementarschäden schloss das Firmengeschäft der Allianz Versicherungs-AG mit einem positiven Ergebnis das Geschäftsjahr 2004 ab. Doch Sorge bereitet die gewerbliche Sachversicherung dem Markt weiterhin, weil gerade im kleinen und mittleren Firmenkundengeschäft das Beitragsniveau oft sehr problematisch ist. Es ist also nicht die Zeit für eine Jagd nach Umsatz. Auch der Ertrag muss stimmen. ? Wie sieht die Zukunft der Firmenversicherung aus? Tesarczyk: Die Allianz Versicherungs-AG ist größter Firmenversicherer in Deutschland, wenn man die öffentlich-rechtlichen Versicherer nicht als Gruppe nimmt. Das Geschäft bleibt schwierig. Wir stehen im Wettbewerb mit vielen Anbietern. Der Kampf um Marktanteile steht für uns nicht im Vordergrund, sondern gesundes, ertragreiches Wachstum. Deshalb führen wir unsere risiko- und ergebnisorientierte Zeichnungs- und Prämienpolitik fort. ? In welchem Versicherungszweig sehen Sie für die Zukunft ein Wachstumsgeschäft? Tesarczyk: Wachstumsgeschäft sehe ich in der Sachversicherung von erneuerbaren Energieanlagen und im Bereich Haftpflichtrisiken in der D&O-Versicherung (Managerhaftung) sowie bei der Versicherung von Vermögensschaden-Risiken. Was den Bereich der genannten Haftpflichtrisiken anbelangt, sind damit allerdings hohe Risikopotentiale verbunden. ? Privatkunden haben immer die Angst, überversichert zu sein. Wie sieht es denn bei Firmeninhabern aus? Tesarczyk: Überversichert sind Firmeninhaber kaum. Wichtig ist aber, dass sie auch richtig versichert sind. Meist geht es um existenzielle Fragen, wenn beispielsweise der Betrieb durch einen Brand stillsteht, die Maschinen ausfallen, die Löhne aber weitergezahlt werden müssen. Gleiches gilt auch für Betriebs-, Produkt- oder Umwelthaftung. Deshalb ist es sehr wichtig, dass individuell auf die Risiken, Besonderheiten und den Bedarf des Unternehmens eingegangen wird. Die individuelle Beratung, die wir mit unserer starken, fachkundigen Außendienstorganisation bieten, ist dabei von großer Bedeutung. ? Einige Firmen bemängeln, dass immer weniger versicherbar ist und immer mehr ausgeschlossen wird. Ist das so? Tesarczyk: Ich weiß, dass einige Kunden sich hier Sorgen machen. Die Allianz reagiert mit ihren Bedingungswerken und in ihrer Zeichnungspolitik auf aktuelle Entwicklungen. Dies können politische Entscheidungen, wie Gesetzesänderungen oder neue EU-Richtlinien sein, neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder gesellschaftliche Veränderungen. Diese schaffen oft veränderte Risikosituationen. Darauf muss die Versicherungswirtschaft reagieren. Im übrigen führt auch eine steigende Anspruchsmentalität zu mehr und höheren Schadenzahlungen. Weil wir unser Geschäft - auch im Interesse unserer Kunden - nachhaltig betreiben wollen, setzen wir auf eine bedarfsgerechte Preisgestaltung. Ausschlüsse soll es nur dort geben, wo ein Risiko mangels Beherrschbarkeit nicht mehr privatwirtschaftlich kalkulierbar ist. Selbst da versuchen wir, wenigstens Teilbereiche versicherbar zu halten und machen entsprechende Angebote. ?Zum Beispiel? Tesarczyk: Etwa bezüglich eventueller Risiken durch Elektromagnetische Felder. Wir betreiben ja das Versicherungsgeschäft auf Basis einer genauen Kalkulation. Risiken, die unkalkulierbar sind, werden grundsätzlich nicht versichert. Viele wissenschaftliche Befunde und Forschungsvorhaben haben sich mit dem Thema Elektromagnetische Felder (EMF) befasst. Ein wissenschaftlicher Beleg für oder gegen gesundheitsschädliche Wirkungen konnte bisher nicht erbracht werden. Aufgrund dieser Situation ist das Risiko für die Allianz Versicherungs-AG nur schwer einschätzbar. Sollte in der Zukunft Gesundheitsrisiken durch EMF belegt werden, könnte die Zahl der möglichen Versicherungsfälle aufgrund der hohen Dichte von Mobilfunkanlagen und Mobiltelefonen und der damit verbundenen Zahl von möglicherweise betroffenen Personen durchaus eine erhebliche Dimension erreichen. Aus diesem Grund überprüfen wir seit einiger Zeit die Deckung von Kunden mit einem Schwerpunkt bei EMF-Risiken in jedem Einzelfall, wie beispielsweise Mobilfunk-Anlagenbetreibern oder -Geräteherstellern. Dies kann dann auch bedeuten, dass die Deckung im Einzelfall beschränkt oder gar ausgeschlossen wird. ? Welche Auswirkungen haben Entscheidungen der EU und deren Umsetzung in Deutschland auf die Produktentwicklung? Tesarczyk: Wie schon erwähnt, haben politische Entscheidungen auch Einfluss auf unsere Produktentwicklung. Als Beispiele können hier die folgenden, allerdings noch in nationales Recht umzusetzenden EU-Richtlinien genannt werden: Vermittler-, Wertpapierdienstleistungs-, Dienstleistungs-, Umwelt-Richtlinie. Teilweise werden damit Pflichtversicherungen verbunden sein. Unabhängig von einer etwaigen Pflichtvorgabe durch den Gesetzgeber werden wir unsere Kunden mit risikoadäquaten Deckungskonzepten in diese neuen Haftungswelten begleiten. ? Was wird sich durch die Umsetzung der Versicherungsvermittler-Richtlinie ändern? Tesarczyk: Die Anforderungen der EU-Vermittlerrichtlinie werden sicherlich dazu beitragen, die Beratungsqualität im Markt zu erhöhen. Wir stehen dem sehr positiv gegenüber. Die Allianz hat seit jeher großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Beratung durch ihre Fachleute gelegt. Eine solche Beratung ist aber immer auch mit Kosten verbunden, und diese Kosten waren in der Vergangenheit im Vergleich zu bestimmten Wettbewerbern sicherlich von Nachteil für uns. Der Kostennachteil, der mit einer guten Beratung stets verbunden ist, wird sich aber in dem Maße verringern, wie auch der Wettbewerb verstärkt in Beratungskompetenz investieren muss.
Kontakt für Presse München - Veröffentlicht von pressrelations Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=198068 [Druckversion] [PDF] WEITERE PRESSEMITTEILUNGEN Rastatt (pressrelations) - ASUE veröffentlicht 'BHKW-Kenndaten 2005'
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