Im Dezember 2016 endete das von der Europäischen Union finanzierte Forschungsprojekt MULTISENSOR: Drei Jahre arbeitete pressrelations mit acht Partnern aus vier Ländern an der Entwicklung von Technologien, mit denen multimediale und multilinguale Daten interpretiert, verknüpft, übersetzt und zusammengefasst werden können. Im Interview erzählen Leszek Blacha und Mirja Eckhoff, die das Projekt mit Unterstützung weiterer Kolleginnen und Kollegen für pressrelations begleitet haben, von ihren Erfahrungen.  

pressrelations Blog: Leszek, Ende Dezember bist Du nach Luxemburg zur Abschlusspräsentation von MULTISENSOR gereist – welche Eindrücke bringst Du von dort mit?

Leszek: Wir haben der EU, bzw. dem zuständigen Project Officer, gemeinsam mit unseren Partnern die Ergebnisse unserer dreijährigen Projektarbeit vorgestellt. Darunter auch die drei Prototypen, die in dieser Zeit entstanden sind und unsere Ideen, wie sich das Produkt vermarkten und nutzen lässt. Dafür haben wir verschiedene Strategien und u.a. einen Businessplan entwickelt. Letztendlich haben wir von der EU für das MULTISENSOR-Projekt die bestmögliche Bewertung erhalten, was uns sehr stolz auf das Erreichte macht.

pressrelations Blog: MULTISENSOR – wofür steht dieser Begriff?

Leszek: Auch nach drei Jahren fällt es mir immer noch schwer, den kompletten Namen flüssig über die Lippen zu bringen (lacht). MULTISENSOR ist die Abkürzung für Mining and Understanding of multilinguaL contenT for Intelligent Sentiment Enriched coNtext and Social Oriented inteRpretation.

pressrelations Blog: Was bedeutet das konkret? Was wolltet Ihr mit dem Projekt erreichen?

Mirja: Ziel von MULTISENSOR war es, heterogene Inhalte, die über verschiedenste Massenmedien verbreitet werden, zu verknüpfen, miteinander in Beziehung zu setzen und praxisorientiert auszuwerten – und zwar unabhängig davon, in welcher Sprache und über welchen Medienkanal sie veröffentlicht wurden. Die entscheidende Frage dabei lautete: Wie lassen sich z.B. Inhalte eines Nachrichtentextes in Teilinformationen zerlegen, nach Relevanz filtern und für den Nutzer extrahieren? Die entwickelten Technologien sollen vor allem  Journalisten, internationalen Medienmonitoring-Dienstleistern und kleinen und mittelständischen Unternehmen bei ihrer Arbeit helfen und praktische Lösungen bieten, der steigenden Informationsflut, die sich aus der rasanten Entwicklung digitaler Medienquellen und der zunehmenden Internationalisierung ergibt, zu begegnen.

pressrelations Blog: Welche Technologien sind damit gemeint?

Leszek: Insgesamt wurden sieben größere Techniken entwickelt: Automatische Übersetzung, Speech-to-text Konversion, automatische Zusammenfassung, Themenclusterung, Extraktion kontextueller Information, Sentiment-Analyse und semantische Suche. Unsere Aufgabe war es, einen Use Case für die Branche „Medienbeobachtung“ zu erarbeiten.

pressrelations Blog: MULTISENSOR ist ein europaweites Kooperationsprojekt – wer ist daran beteiligt?

Mirja: Wir haben in den drei Jahren mit acht weiteren Partnern aus vier Ländern zusammengearbeitet. Die Partner kamen aus unterschiedlichen Bereichen wie z.B. Forschung, Wirtschaft, Medien und Verbänden. Neben pressrelations waren aus Deutschland noch die Deutsche Welle und der Sprachtechnologieanbieter Linguatec vertreten.

pressrelations Blog: Bei so einer heterogenen Zusammensetzung ist Teamarbeit sicher eine Herausforderung, oder?

Leszek: Ja, das stimmt. Wir hatten es insgesamt mit mehr als 40 Projektbeteiligten zu tun. Die größten Herausforderungen waren die Kommunikation und die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Partner mit wissenschaftlichem Background hatten natürlich einen anderen Fokus als die Wirtschaftsunternehmen. Dieses Spannungsverhältnis muss aber nicht unbedingt im Widerspruch zu den Projektzielen stehen – die EU fördert auf der einen Seite Forschung und Entwicklung, hat aber auf der anderen Seite auch ein Interesse daran, innovative Produktentwicklung voranzutreiben.

pressrelations Blog: Wenn Ihr auf die letzten drei Jahre zurückblickt – welche Momente sind euch besonders in Erinnerung geblieben?

Mirja: Die konstruktive Arbeit in einem internationalen Team – das war wirklich toll. Eine gemeinsame Vision zu entwickeln und über Jahre daran intensiv zu arbeiten, auch wenn mal etwas nicht gleich so klappte, wie man sich das vielleicht vorgestellt hatte. Das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und nach so mancher Durststrecke auch wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen – das war für mich eine sehr positive Erfahrung.

Leszek: Es hat menschlich und fachlich gut gepasst – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Projekts. Die Kommunikation lief meist über Skype, Telefon, E-Mail und unser internes MULTISENSOR-Wiki. Alle drei Monate haben wir uns aber auch vor Ort bei einem der Partner getroffen. Diese Treffen und die beiden User Days in Bonn und Barcelona, auf denen wir unsere ersten Prototypen präsentiert und uns wichtiges Feedback von unseren Zielgruppen und unseren potenziellen Nutzern eingeholt haben, sind mir besonders in Erinnerung geblieben.

pressrelations Blog: Nun ist MULTISENSOR offiziell abgeschlossen – wie werden die Ergebnisse jetzt weiter genutzt?

Leszek: Einige der entwickelten Module haben wir bereits in unserem Produktionsprozess bei pressrelations im Einsatz. Weitere Ergebnisse haben wir in über 40 Publikationen und auf verschiedenen Konferenzen veröffentlicht und u.a. auf www.multisensorproject.eu/ und beim Onlinedienst für Software-Projekte GitHub für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Unser Partnernetzwerk und die gewonnenen Kontakte werden wir natürlich auch weiter nutzen und sicher auch in Zukunft noch das ein oder andere Projekt anstoßen.

multisensor_abschlussfoto

Die neun Projektpartner haben das EU-Forschungsprojekt MULTISENSOR erfolgreich abgeschlossen – mit dabei waren: pressrelations, Deutsche Welle, Linguatec Technologies, Centre for Research and Technology Hellas (CERTH), Fundació Eurecat, ontotext AD, Universitat Pompeu Fabra (UPF), everis Spain, Petita i Mitiana Empresa de Catalunya (PIMEC).

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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Anja Gilles

Anja Gilles

Marketing Managerin bei pressrelations GmbH
Anja Gilles ist seit 2010 bei pressrelations in den Bereichen Vertrieb & Marketing beschäftigt. Zuvor war sie als Projektleiterin und PR-Beraterin in Werbeagenturen und als freie Journalistin für Tageszeitungen und verschiedene Fachmedien tätig. Hier im Blog schreibt sie zu den Themen Monitoring & Analyse sowie Marketing & Kommunikation.

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